Bücher im Haushalt: Bessere Bildungschancen für Kinder

“Buch mach klug” – ein etwas altertümlicher Spruch mit Wahrheitsgehalt: Eine Studie hat ergeben, dass “neben dem Bildungsstand der Eltern auch die Anwesenheit von Büchern einen entscheidenden Beitrag zu den Bildungschancen der Kinder hat.”


Beide Faktoren, eine umfassende Bibliothek im elterlichen Haus (mit ca. 500 Büchern) und Eltern mit einem Hochschulabschluss, verlängerten die Ausbildungszeit der Kinder durchschnittlich um 3,2 Jahre. Kinder von wenig gebildeten Eltern profitierten demnach besonders von einer umfangreichen Buchsammlung zuhause. Laut Evans wären Bücher eine wenig kostenintensive Form, um diesen Kindern zu helfen. Schon 20 Bücher hätten einen deutlich positiven Einfluss – je mehr man hinzufüge, umso besser. (Quelle)

Interessant wäre natürlich noch, was die Kinder mit den Büchern machen ;-)
Davon abgesehen, ist es wohl klar, dass die veränderte Medienlandschaft (mehr Fernsehen, Videospiele, Computer) nicht förderlich ist. Unter Umständen kann das auch dazu führen, dass Kinder das Lesen erst gar nicht mehr lernen – und dann nutzen wohl auch 1000 Bücher im Regal nichts mehr.

 

 

 

 

 

 

 

Studie:

M.D.R. Evans, Jonathan Kelley, Joanna Sikora and Donald J. Treiman. Family scholarly culture and educational success: Books and schooling in 27 nations. Research in Social Stratification and Mobility 28 (2), 171-197 (2010).

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3 Kommentare zu “Bücher im Haushalt: Bessere Bildungschancen für Kinder”

  1. Ich finde den Beitrag sehr interessant. Als Sozialwissenschaftlerin, aber auch im privaten kann ich das nur unterstützen. Wir haben das mal in einem Seminar untersucht, in dem jeder von uns in Familien gegangen ist und bewusst die Bücher gezählt hat. Da gab es IMMER einen Zusammenhang. Die Bildung der Eltern hat eindeutig bestimmt, wie viele Bücher es im Haushalt gibt und wie viele Kinderbücher Jugendliche im Regal stehen hatten.
    Außerdem habe ich längere Zeit für die Familienhilfe ehrenamtlich gearbeitet, wo wir einmal die Woche eine Lesestunde mit Jugendlichen hatten und solche Bücher wie Harry Potter gelesen haben. Das war zum größten Teil das erste Mal, das diese Jugendlichen ein Buch gelesen haben. Ich konnte es kaum glauben, aber es war die Realität.

  2. Ich hatte noch das Glück, dass ich eine Oma hatte, die noch vorgelesen hatte. Kinderbücher gab es auch, ein paar.

    Bei meinen Kindern haben die Omas in der Hinsicht “gestreikt”…
    Aber Kinderbücher hatten wir schon ;-)

    Um auf die Untersuchung zu kommen: Wenn die Eltern/sonstige Verwandte keine Bücher schenken, wer soll es machen? Die öffentliche Hand bekommt auch das mit dem Schulobst nicht so richtig hin.
    Allzu teuer wären ein, zwei Bücher pro Kind (zum Beispiel aus Anlass der Ferien) ja nicht. Wenn Geld dafür fehlt, könnte man es aus der Wahlkampfkostenerstattung nehmen ;-)
    Auf irgendeine Weise sollte es gelingen, 20 (+) Bücher pro Haushalt verfügbar zu haben…

  3. Ja, ich glaube auch, dass die reine Anwesenheit von Büchern nix bringt, sondern eher die Abwesenheit von Computer/Fernseher usw. Denn Bücheraufklappen “ist anstrengender” und Lesen noch anstrengender. Daran scheitern die gutgemeinten Buch-Initiativen.

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