Biggest loser Gewinner steht fest

Auch hier ein wenig künstliche Spannung und: Ja, es hat Sieger gegeben, und die werden hier jatzt auch gleich genannt, ein paar Absätze weiter unten.

Der Zapper-Philipp von der Main-Post hat gestern Vermutungen angestellt, warum die Kandidaten überhaupt mitgespielt haben:

Gründe könnten mangelnde Englischkenntnisse, große Geltungssucht oder eventuell doch der Leidensdruck des Übergewichts sein. In der Show wurden die Teilnehmer getrimmt, geschunden, getriezt, um ein paar Pfunde abzuspecken – Kisten schleppen, durch Sand kriechen, Berge besteigen, dazu mächtig Psychostress.

Vergleichsweise leicht müsste da doch die häusliche Nulldiät sein, hat er noch gemeint.
Ich seh’ das nicht so, aber die Schinderei im Camp hätte, wie bereits gesagt, nicht sein müssen.

Ob es ein “Biggest Loser 2011” geben wird, werden wir sehen

Nach der Sendung: The biggest Loser

Also, heute wollte ich die Sendung zwar eigentlich schauen, aber dann hab’ ich es mehr und mehr unerträglich gefunden – zum Beispiel das johlende,  hysterische Studiopublikum, das “Leistungen” bejubelt hat, die so nur in der Ausnahmesituation “Camp” möglich waren:
Mit Zuckerbrot und Peitsche. Also mit der primitivsten Form von Verhaltensmodifikation, Dressur, die auch noch bei einem Esel funktioniert.
Es fehlt nicht mehr viel, und diese Sendung wird als Munition gegen die Dicken benutzt: “Siehste, es geht doch: Du musst nur wollen”.  Insofern hat dieses Programm etwas zynisches, unaufrichtiges.

Was offenbar vollkommen gefehlt hat, war, einmal über die Ursachen der Krankheit Adipositas  nachzudenken, die Frage zu stellen,  wie es soweit kommen konnte.  Sicher, das sind intime Fragen, die vielleicht auch nicht in die Öffentlichkeit gehören.
Wo aber der eigene Antrieb der Mitspieler, wo das Nachdenken über anderes Verhalten, wo Einsichten zum Ernst des Lebens “geblieben” sind, ist nicht ersichtlich.
Dass es auch schwere Fälle gibt, denen mit dem System “biggest Loser”, das sich selbst bejubelt, nicht zu helfen ist,  wird unter den Teppich gekehrt.  Aber das zeigt, dass mit diesem System nur eine kleine Zielgruppe “behandelt” werden kann:  Jene, die es durch das Casting geschafft haben, sind natürlich schon eine recht hoch motivierte Vorauswahl.
Wobei dann das rosa Team den Sieg des einen Team-Mitglieds eigenständig zum Teamsieg umfunktioniert hat und der Gewinner wurde.
Dieses überaus starke, durchsetzungsfähige und fitte Team hatte die Problme der (Ehe-) Paare, die sich ja auch irgendwie gegenseitig gesucht und gefunden haben mussten, natürlich nicht. Bei Eheaaren funktioniert das “Jetzt gehen  wir mal auf Erfolgskurs” jedenfalls beim Abnehmen eher selten: Das Futtern und Füttern spielt in den so strukturierten Partnerschaften eine viel zu große Rolle – hier etwas zu verändern, heißt tiefgreifende Veränderungen und eine neue Basis finden; ein Trainingscamp ist dafür nicht der richtige Rahmen.

Zum Titel “Biggest Loser” passt: Die wirklichen Verlierer werden nicht mehr beachtet, sondern quasi mit Verachtung bestraft.
Man kann Biggest Loser noch nicht einmal als Spiel verstehen: Es war so wenig unernst wie die Kämpfe der Gladiatoren in den römischen  Arenen.
Als Bilanz: Es gibt Gewinner und Verlierer.  Das vorherrschende Weltbild ist mal wieder bestätigt.
Allerdings gehört zur Bilanz auch: De Zuschauer sind nicht wirklich zufrieden mit dem Konzept; angefangen von der künstlichen Spannung beim Wiegen, über das Prinzip der Konkurrenz, die zum Ausschluss der Meisten führt, bis hin zur Überbetonung des Sports und der Vernachlässigung von geistigen und psychischen Bereichen. “Rezepte” wurden bei Biggest Loser gar nicht vermittelt, und das wäre etwas, was die Zuschauer gewünscht haben, auch “Rezepte für zu Hause”, Hinweise, was man für sich selbst übernehmen kann.

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