Essenspakete – Wut oder Demut?

Stellen wir uns doch kurz mal die Situation vor, kein Geld für Essen zu haben, Bedürftig zu sein. Sicher, niemand soll in D verhungern, und wir bekämen wöchentlich ein Paket mit unserer Essensration, das irgend jemand für uns zusammengestellt hat, ohne Rücksicht auf unsere Vorlieben, und diese “Versorgung” sollten wir über längere Zeit “genießen”.

Mit Asylanten kann man das machen. Die stehen unter dem Verdacht, wegen der glänzenden wirtschaftlichen Situation hierher gekommen zu sein, und sollen abgeschreckt werden, bloß nicht glauben, sie würden hier verwöhnt.

Wie sich das genau verhält mit den Leistungen, ist heute bei der TAZ nachzulesen. Genuss- und Gesundheitsblogger und –Schriftsteller haben zwar schon von der “alimentären Selbstbestimmung” geredet, aber diesen Randaspekt bestimmt übergangen. Auch die TAZ konnte kein Foto von so einem Lebensmittelpaket liefern, und ich kann so eine Recherche auch nicht durchführen.

Andere Artikel zum Thema sind bei der TAZ z.B. mit “Kein Sportverein, kein Deutschkurs” überschrieben. Das gibt zu denken. Wo bleibt da die Menschenwürde, wo bleibt da die integrative Kraft der deutschen Kultur?
Wenn die Liebe zur deutschen Sprache bei unseren Verantwortlichen so groß wäre, wie sie sein sollte, würden sie Alles daran setzen, unsere Sprache auch Anderen “zur Verfügung zu stellen”. “Deutsch für Ausländer” kostet nun wirklich nicht die Welt. Es sollen aber schon mehr als 500 Wörter sein, die die Gäste lernen. Prämien für die Beherrschung des Genitivs wären doch ein Zuckerl. Wie viel Zeit und Lust haben die Asylanten, Deutsch zu lernen?

Früher oder später wird der Eine oder Andere eingebürgert. “Deutsche”, die nur radebrechend sich verständigen können, werden immer in einer Subkultur leben – und wir fühlen uns in diesem Multikulti doch auch nicht durchgängig wohl und zu Hause – von vereinzelten Ausnahmen, oder einem moderaten Milieu abgesehen.

Mit welchen Gefühlen die abgewiesenen “Kandidaten” an D zurückdenken, sollte uns auch überhaupt nicht egal sein.

“Was in den Karton kommt, wird gegessen” ist halt eine extreme Form der Fremdbestimmung, verübt an Erwachsenen, schlimmer als das “was auf den Tisch kommt, wird gegessen” zu Zeiten der “autoritären Erziehung”. Was diese Anmaßung bewirkt? Wir wissen es nicht, können es uns aber eigentlich denken.

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  • Marco: Hallo, anscheinend bin ich eine der wenigen Ausnahmen, aber bei uns zu Hause koche ich,...
  • Evelin: Hallo Klaus-Peter, …..ich hatte Zeit, Deinen wunderbaren Artikel zu lesen. Er macht...
  • C. Schulze: Auch, wenn diese Kommentare schon recht lange her sind, möchte ich doch etwas dazu...
  • Robert: Was für ein einzigartiger Blog! Diese fast schon skurrile Kombination aus...

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