Digitale SelbstdarstellerInnen

Ich bin mit einem Routine-Blogartikel beschäftigt; hatte [„mit freischwebender Aufmerksamkeit“] scheinbar ziellos herumgesurft – was mich auf die Socialmediaseite einer Super-Influencerin führte, wobei ich mir allerdings deren Adresse nicht notiert hatte, wodurch es schwierig ist, sie wiederzufinden oder anzusprechen.
Wie zum Ausgleich konnte ich einen „neuen Tab“ mit einer Graphik entdecken, die mir eine „KI“ zugesteckt haben muss, vielleicht während ich mir bei einer Kaffeepause einmal einen anderen Ausblick,  als den Monitor, eine alternative Kulisse gegönnt hatte.

Was das Ganze mit Adipositas zu tun hat?
Unsere Technik ist mittlerweile in der Lage, Erzählungen ins Visuelle zu überführen, fast fotorealistisch-detailliert – wenn sie auch Manches noch durcheinanderbringt, wobei das Hauptziel, nämlich Spannung zu erzeugen innerhalb einer unendlichen Geschichte, doch schon als erreichbar erscheint, wenn es auch im Märchen der Schneider und nicht die Zimmerfrau war, die im Schneidersitz auf dem Tisch saß.

Als Influencerin ist sie gleichzeitig Model, als Model gleichzeitig Influencerin, außerdem alleinerziehende Mutter, einzige weibliche Auszubildende mit kernigen Kollegenkerlen im Zimmereibetrieb – und für die Zukunft könnte sie sich noch ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft vorstellen.
Parallel ist sie als Beraterin aktiv: In diesem Zusammenhang immer an den Interessen der Followerinnen orientiert, muss sie neben Mutterschaft und Arbeit auch für alle möglichen sonstigen  Fragen aus der Community Antworten finden. „Die Lena mit dem Bohrschrauber“ wird hier zur fiktiven, erfunden Identifikationsfigur, die ihre Eltern, oder zumindest einen Elternteil so wenig kennt, wie das auch bei Moses, Ödipus, Romulus und Remus, Kyros, oder Narziss der Fall war.

Sie berät als Beraterin, die sich selbst zur Arbeit mit Themen wie Mobbing, Leistungsdruck oder mentale Gesundheit berufen hat. Authentizität ist das Markenzeichen  ihrer offenen Besprechungen im Team.

Die „Bohrschrauberlena“  begleitet  als unterstützende Teilnehmerin einige Fastenspaziergänge, sie tendiert dazu, sich für die Entwicklung eines „Idsteiner Fastenspaziergang-Modells“ zu verwenden.

Altstadtspaziergang oder Altstadtfastenspaziergang? Von den Fotomotiven her macht es keinen Unterschied. Wir bewegen uns im Umfeld, im Kontext; wir haben es mit Wechselwirkungen zu tun, die wir bewirken und denen wir ausgesetzt sind. Fragen, wie „welche Netzwerke bilden sich?“ und „wie passiert Veränderung?“ werden sich stellen.
Ein systemisches Verständnis wird mehrere Standpunkte oder Perspektiven wahrnehmen und diese Ansichten nicht nach dem „Warum“, sondern nach dem perspektivischen „Wozu“ befragen, denn die Vergangenheit ist irreparabel vorbei und vertan.

Wer Neuland entdecken will kann sich an der Methode des „Polynesischen Segelns“ und der Funktion des Ziels, das mobiisieren soll, aber keinen Stress darstellen soll/darf orientieren. In: Ziele, Motivation und das polynesische Segeln als Metapher für Veränderung
Bestenfalls landet man auf einer Insel, von der man vorher nichts wusste und kann behaupten, diese „neue Heimatr“ planmäßig-absichtlich angesteuert zu haben.

Bei den Altstadtrundgängen begegnen wir stets Hinweisen auf eine Vergangenheit wie die der Lederindustrie mit Arbeitsbedingungen, von denen kaum eine Erinnerung bleibt – Hinweise auf eine verheißungsvolle „gesunde Zukunft“ finden wir nicht, obwohl, was auf uns zukommt, mit Entscheidungen aus dem Heute zu beeinflussen ist.

Auch Harry, der bronzene Straßenfeger bzw. dieses Denkmal, ist eine Hommage an die Vergangenheit.

Die abstrakte Bronzeskulptur „Dialog I“ des belgischen Künstlers Bert van Mieghem aus dem Jahr 2000 kann man als  Begegnung und Kommunikation deuten:
Die beiden Flügel wirken wie zwei eigenständige Silhouetten oder Wesen, die sich aufeinander zubewegen oder einander zugewandt sind.
Auch Verbindung trotz Dynamik hat die KI hier herausgelesen:

„Obwohl die Formen asymmetrisch und in sich verdreht sind (was eine innere Dynamik oder auch Reibung symbolisiert), münden sie in einer gemeinsamen, stabilen Brücke. Das verdeutlicht, wie im echten Dialog gegensätzliche Standpunkte oder Individuen durch Austausch eine harmonische und tragfähige Verbindung eingehen können.“

Meiner Meinung nach ist die Skulptur damit eine präsentative, nicht-diskursive Symbolisierung dessen, was eigentlich fehlt, und es fehlt so Einiges!

Auch bei meiner Geschichte des Abnehmens fehlt noch Einiges, auch hier gilt: Es gibt wohl keinen Bericht über das Ab- und Zunehmen, der ohne Waage auskäme:. Während ringsherum gefühlt Alle zur Abnehmspritze oder -Tablete greifen, beteiligt sich meine Waage an einem unrühmlichen Spiel:

Vor einem halben Jahr hatte sie noch

(103,9)
gezeigt. Da ist sie jetzt wieder, nach Plus-Minus 5. Das ist wieder so ein ungeliebter Gruß vom Jo-Jo-Effekt, dem Andere mit lebenslanger Medikation begegnen wollen oder glauben begegnen zu müssen.

Das ist „medizinischer Fortschritt mit pharmakologischer Abhängigkeit“ ohne den Versuch, zu einem vernünftigen Lebenswandel zu finden.

Am Beispiel der digitalen Lena mit dem Bohrschrauber wird deutlich, wie sehr die Zeitenwende sich beschleunigt. 

Bald werden humanoide Roboter, die von Ihresgleichen gebaut werden, die Hausarbeit machen können; uns das Denken und Urteilen abzunehmen, bemüht KI sich schon heute. Kritikfrei Gedanken weiterzudenken, die mit technischer Menschenkenntnis eingeimpft wurden, führt zur schleichenden Ersetzung der eigenen Ideen/Reflexion durch maschinelle Logik.

Bei z. B. Rezepten für die Küche haben wir immerhin die Möglichkeit, selbst Neues zu entwickeln, auf Traditionen zurückzugreifen oder das „Problem“  intuitiv  veränderten Möglichkeiten und Bedürfnissen anzupassen. 

Related posts:

  1. Der Geschmack der Billigwurst, ein Influencer*Innen#kochbuch, die Mühe mit den Sternen
  2. Ein Speckröllchen in den Schlagzeilen – die “normale Frau” positiv bewertet
  3. Du kannst wiegen, so viel Du willst!
  4. „Dieta Palermino“: Abnehmen mit Pizza, Pasta, Passione
  5. Die Ernährungsberatung ist gefordert: Motivieren, Reflektieren, Mitmachen und Erleben der Diät

Hast Du eine Anregung, Frage, Kritik oder ein Lob? Dann
Gib doch einen Kommentar ab!
(Aber keinen Quatsch schreiben!)

Frische Kommentare

  • Michael: Der Gedanke mit den kleinen Schritten gefällt mir. Gerade beim Abnehmen bringt es...
  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...

Rubriken

Archive

Motivation