Die Männer zum Spaziergang gruppieren – und dann …!

Einst  flossen täglich Meldungen über „Fridays for Future“ durch die Medien, dann mobilisierten die Großmütter für die Zukunft der Enkel, doch die Demonstrationen sind vorbeigegangen, mit „ohne Wirkung“, oder jedenfalls mit „wenig Auswirkungen.“

Demokratische und demographische Veränderungen

Seitens der alten Männer, der  Opas, kam nicht viel Mitwirkung beisammen. Auf die Frage nach den „weißen alten Männern“ und danach, wie sie sich ausrichten, erfolgt der Hinweis auf diese männliche Gruppe meist weißer Männer, die traditionell viele Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Kultur innehaben.
Ihnen wird schnell mal vorgeworfen, Privilegien zu besitzen und gesellschaftliche Veränderungen u. A. beim Klimaschutz zu bremsen: Klar ist außerdem, dass der Privatjet unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten mit „ungenügend“  abschneidet. Die Privatjetnutzer können, was Normalos verwehrt ist, zum Beispiel sich ihre Kaviar-Kügelchen abgezählt auf  Gletschereis servieren lassen.

Reichtum und Macht konzentrieren sich in bestimmten Kreisen, das leitende Führungspersonal verfügt über die bestmögliche Unterstützung, nimmt diese in Anspruch und schweigt sich aus über die Dienstleister, die ihnen zuarbeiten.

Jedoch ist diese Kritik „billig“ und sie bringt nichts ein. Wichtiger ist das Schicksal einer gewissen Bevölkerungsgruppe: Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts +++++++++++++++++++++++++

https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Adipositas-und-Uebergewicht/themenschwerpunkt-adipositas.html

sind Männer über 50 eine der am stärksten von Adipositas betroffenen Gruppen in Deutschland.

Wir sind im Gegensatz zu den priviligiert-Reichen ganz normal, haben schon so einige Dienste geleistet und sind dabei nicht mehr die Jüngsten. Wir wissen, dass Adipositas häufig, um nicht zu sagen meist, sich lebensverkürzend auswirkt.
Wer männlich, über 50 und mehr oder weniger übergewichtig oder gar adipös ist, sollte jetzt zusammen mit anderen Betroffenen sagen:

„Da muss sich jetzt aber etwas ändern, und zwar radikal Wir werden die Sache selbst, „von unten“, in die Hand nehmen  und so Einiges ändern und verbessern – das werdet Ihr schon sehn!“

Schon zu so einer Einstellung gehört eine Portion Mut, der gehört auch dazu, sich zum [im weitesten Sinne] gemeinsamen Adipositas-Gegenschlag zu mobilisieren.

Wenn Tempeh mit Shitake und Spnat allzu ungewohnt und vielleicht sogar ein wenig provokant anmuten, müssen wir das hinnehmen und können darauf vertrauen, das das Misstrauen gegenüber Fremdem überwindbar ist, wenn wir vom Vertrauten bewahren, was der Bewahrung wert ist.

Verzicht und Angst

Es gibt Männer, die beim Vorschlag, durch Reduzieren der Nahrungsportionen abzunehmen, fast in eine Panik geraten und davon überzeugt sind, dass sie das nicht können. Wie sind die zu motivieren?

Eine Interpretation lautet, dass Panik meistens durch die Angst vor Kontrollverlust, quälendem Hunger und dem Gefühl von Verzicht geschürt wird.
Männer verbinden große Portionen oft unbewusst mit Leistungsfähigkeit und Sättigung. Und der Teller muss geleert werden, wenn es schönes Wetter geben soll ;-).

Um diese Blockade zu lösen, müssen wir das Konzept von „weniger essen“ auf „anders essen“ umstellen.
Das kann man auch konkret üben, und das Koch-Experiment entweder selbst anleiern oder sich einem laufenden Ernährungsumstellungskonzept anschließen.

Volumen und Verzicht

Manche nutzen auf anorektische Weise „den Verzicht“, um daraus ein Gefühl des Stolzes und von Freiheit und Unabhängigkeit zu entwickeln. Keinen Verzicht leisten bedeutet dann sich abhängig und unkontrolliert, unbeherrscht und „maßlos“ zu benehmen.

Wo die Schwierigkeiten und Ambivalenzen des Verzichts noch gespürt werden, soll zumindest eine innere Leere – bitte – nicht wahrgenommen werden. Verdrängt wird häufig bereits der Begriff der inneren Leere, dem man sich aber auch entgegenstellen kann – „das Internet“ meint hier:

Was wir sofort tun können

Körper spüren:
Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem oder spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden.

Nicht bewerten:
Akzeptieren Sie das Gefühl, anstatt gegen es anzukämpfen.

Mit jemandem sprechen:
Tauschen Sie sich mit einer vertrauten Person aus, die Sie nicht verurteilt.

Ob die Leere als eine konstante, feste Eigenschaft oder als ein vorübergehendes Gefühl verstanden wird, das macht einen Unterschied. Hier bietet sich die Frage nach der Ausübung von Hobbies oder nach „humanem Engagement“ an.

„Gut Essen hat einen vollen Magen zur Folge, und der sorgt fürs Wohlbefinden“ – das ist so eine 50:50 Hypothese, die halb richtig, halb falsch oder unvollständig sein kann.

Hier gab es Vollkornnudeln mit Gemüse: Wenn vorgegarte Nudeln verfügbar sind, kann das ein extrem schnell zubereitetes Essen sein; eine Sauce zuzubereiten entfällt, weil ein paar Tl. Pesto eingerührt wurden. Für die Wirkung von z. B. Borretsch ist die Fachrichtung der „Psychonutrition“ zuständig, „Stimmungsaufheller auf den Teller“ ist schließlich ein Slogan, der sich reimt, im Gegensatz zu „Sauer macht lustig“.  Wir werden darauf zurückkommen und auch die Vorteile der Fermentation berücksichtigen.

Als gesichert erscheintt, dass an  Ernährungsinformationen jeglicher Couleur keinerlei Mangel herrscht – wie bei einer maroden Finanzverwaltung mit leistungsfähigen Notenpressen wird der Markt mit überzähligen Fachartikeln übersättigt.  Sprechen wir es aus: Es herrscht die Inflation der Ernährungs- und Diätratschläge, deren Trefferquote sich ähnlich wie die Spielkugel bei einem Roulette-Tisch verhält: Es gibt Gewinner, Verlierer und die Bank, die langfristig immer verdient.

„Genussvoll, gesund und gemeinsam
Gut essen im Alter“

Die Wege zum Seniorenteller sind divers und unergründlich, vermutlich essen mehr Ältere einsam als gemeinsam, die Rentnerkantine bleibt Utopie., und wie vegetarische Frikadellen selbst gemacht werden, sollte im Rahmen des Projekts „lebenslanges Lernen“ sein Plätzchen im Lehrplan finden, als Ernstfall-Maßnahme  fürs Altersheimcurriculum. Aktivierende Pflege  ist auch schön und gut – Gehen wir die Aneignung dieses Lernstoffs möglichst entspannt an, ob mit oder ohne Genusserwartungen, sollte dabei auch offengelegt werden.

Schneller Einstieg in Eine neue Sichtweise

Volumen statt Verzicht: Die Teller bleiben  weiterhin voll aber die Zusammensetzung ändert sich.

Fokus auf Leistung: Betonen wir, dass die neue Ernährung mehr Energie für den Alltag und Sport liefert, statt dem Körper Kraft zu rauben.

Schrittweise Anpassung: Wir reduzieren die Portionen nicht radikal, sondern verkleinern die kalorienreichen Beilagen geduldig.

Ergebnisorientierung: Messbare Daten wie Muskelmasse, Bauchumfang oder Kraftwerte habe ihre eigen Aussagen –  da Männer stark auf messbare Erfolge ansprechen, sollen sie auch entsprechende Daten „liefern“.

Zu „Eiweiß“ ist, behaupte ich einfach, ist schon alles gesagt…

Gemüse als optischer Füller: Den Teller zur Hälfte mit kalorienarmem Gemüse füllen, damit dem  Auge „große Portion“ signalisiert wird. Hierbei kann man auch Aufmerksamkeit und Achtsamkeit schulen, zum Beispiel mit der Frage, ob rohes Sauerkraut länger sättigt als „einfaches Kraut“.

Flüssige-Kalorien-Ausschlussverfahren: Säfte, Softdrinks und Alkohol streichen oder kürzen = Kalorien-sparen, ohne festes Essen zu reduzieren. Bei Kaffee lässt sich kaum eine erforderliche Zeitspanne  vor dem Einschlafen nennen; nicht immer nehmen die Schläfer die Störung des Schlafs wahr.

Vorspeisen: Zum Beispiel eine klare Suppe oder ein großer Salat vor dem Hauptgang füllt den Magen vorab.

 Intervallfasten, Männerspezifisch

 „Männer können sich relativ gut an beispielsweise ein 16:8-Zeitfenster anpassen, denn sie haben Zeitdisziplin oft schon mit der Muttermilch aufgesogen und sind damit aufgewachsen.“

Das ist natürlich „nur“ eine These ohne wissenschaftliche Begleit-Studie, und die Behauptung wäre gegenstandslos, weil die „Muttermilch-Zeitdisziplin“ hier ohnehin zunächst mal zum weiblichen Repertoire gehörte.
Doch muss man sich mit dem, was man tut, auch identifizieren, wobei zusätzlich der Gedanke trösten könnte, dass acht oder auch 16 Stunden Selbstdisziplin „für einen Mann eigentlich meistens machbar“ sind.

Selbstdisziplin

Das „Tu, was Du beherrschst, und übe, was Du nicht beherrschst“ ist hier sicherlich ein brauchbares „Universalmotto“, dem die Meisten zustimmen werden.

Ohne ein gewisses Maß an Selbstdisziplin bleibt „der Erfolg“ voraussichtlich aus.  Man muss sich also selbst kontrollieren, wobei neben dem gewöhnlichen auch der vorauseilende Gehorsam gepflegt wird.

Der Schlüssel zum Glück liegt allerdings darin, sich flexibel zwischen Kontrolle und Akzeptanz zu entscheiden.

Neben unseren individuellen Entscheidungen sind wir natürlich auch „dem System“ ausgesetzt, und sei es an der Supermarktkasse, wo zweierlei Mehrwertsteuern fällig sein und manche Sonder-Artikel sich mit „Ich -bin-noch-gut-Rabattaufklebern“ empfehlen.

Systembedingt ist auch nicht vorgesehen, dass eine Bevölkerungsmehrheit sich als Klein- und Hobbygärtner betätigt, also gibt es weniger gesunden Portulak, mehr Nahrungsergänzungsmittel  un noch einen Hinweis auf die Politlandschaft:

Ein mächtiger Impuls für eine allgemein gesündere Ernährung könnte übrigens von der Biolebensmittelgrundversorgung kommen.  Essen anbieten und Essen kaufen ist plitisch, Essen ist Politik.

Eine gebutterte Scheibe vom Brötchen – darauf ein „Ring“ von der roten Mini-Paprika, hummusgefüllt und somit tauglich, ein „Ästchen“ vom blühenden Borretsch aufzunehmen und zu halten. Auch in etwas größerer Darstellung.

Dass die Idee von der  Biolebensmittelgrundversorgung nicht allzu bekannt ist, verwundert nicht, denn „Das Vernünftige“ wird bei uns schnell unter den Teppich gekehrt – wir haben wahrscheinlich einfach zu viele falsche Saubermänner ;-).

Zusammenfassung: Das Konzept der Fastenspaziergänge und Seminare

  • Zielgruppe
     Sogenannte Senioren, „ältere Semester“, Rentner sind in der öffentlichen Meinung wie der Diätenindusttrie  allgemein unterrepräsentiert. Während „Diät“ zu den Frauen gehört wie der Schminkspiegel in der Handtasche, fallen Männer durch das Raster der öffentlichen Beachtung.
    Männer, die bisher durchs Raster fallen, müssen deshalb gzielt angesprochen werden, so dass es auch in gemischten  Gruppen ungefähr bei einem 1:1-Schlüssel bleibt.
  • Themenschwerpunkte für die ersten Praxis-Abschnitte: Das Fasten-Spaziergangs-Konzept soll zunächst neugierig machen, auf Lösungswege zum Beispiel.
  •  Neue Nahrungszubereitung, oder neue Wege, produktive Urlaube zu gestalten:
    Wird was geboten, darfs auch was kosten. Der Spaziergang ist kostenlos, die Organisation hingegen nicht. Exklusive „Geheimtipps“ können Gold wert sein.
  • Qi-Gong (schweigend) und Spaziergang (Gespräch möglich) stellen einen reizvollen Kontrast dar. Das Potential des Konzepts muss erkennbar werden, dann wird sogar Expansion möglich. Auf die richtigen Kooperationspartner kommt es an!
  • Dass neue Konzepte mit bewährten, aber vergessenen Konzeptbestandteilen  sogar eine passiv-aggressive Abwehrhaltung provozieren können, ist vor dem Hintergrund zu verstehen, dass das etabliertere Diätwesen bestmöglich heiße Luft und Leerlauf  produziert, aber die Betroffenen nur unzureichend voranhilft weil, wie es so scheinparadox heißt, die Diätindustrie mehr Teil des Problems als der Lösung ist.
  • Die freiwillige Verpflichtung, das starke Engagement, die innere Bindung Vieler an das Ziel, im Kampf gegen die systembedingte Adipositas voranzukommen, sind unbedingt wirksam.
  • Auf das Ziel bezogen, steht nun der (Wieder-) Einstieg in die Auseinandersetzung an.
    Dass parllel „auf allen Ebenen“ andere Strukturen zu etablieren sind, ist hier nur ein verwandtes, nicht aber das eigentliche Thema.

 Wir hatten in der letzten Zeit ja Sonnen-und Mondfinsternis  im planetarischen Angebot;  da kann schon mal eine Aufnahme verwackeln. Im Bereich „Körpergewicht“ geht auch mal etwas schief; bei mir z. B. eine hartnäckige Stagnation auf zu hoher Ebene. Das muss aber nicht zur Resignation führen, das kann auch auf einen einfachen, vielleicht unkonventionellen Weg führen, und natürlich kann es schon ein Erfolg sein, hier (Fort-) Schritte zu machen.

Angepasste Methodik der Fastenspaziergänge, Gesundung und Kur

Mal den Artikel mit einem Bilderrätsel beginnen – kann man machen, wird die LeserInnen vielleicht irritieren, wenn wenig zu sehen und noch weniger zu erkennen ist. Gut zu erkennen ist hier aber das „Fressnet-Logo“, das wurde allerdings nachträglich hinzugefügt und stellt nicht, oder nur bedingt das eigentliche Motiv dar:

Die Auflösung: Es handelt sich hier um eine verfremdete Darstellung eines Chinakohl-Paprika-Salats. Etwas muss man ja essen,

„Wichtig ist auch, dass Personen nicht hungern. Zudem muss das Essen schmackhaft sein, um die energieärmere Lebensmittelauswahl langfristig beibehalten zu können. Denn nur eine dauerhafte ausgewogene und energiereduzierte Kost führt zu einer Gewichtsreduktion und -erhaltung.“

Wir finden diese Aussage in einem Interview mit  Dr. Christina Holzapfel  von der Fachhochschule Fulda; die programmatische Überschrift „Abnehmen ohne Diät“ klingt vertraut, aber nicht vertrauenerweckend für trainierte Skeptiker.

Theoretisch lässt sich immer ein Set persönlicher und personalisierter Ernährungsempfehlungen anbieten, allerdings kann und wird nicht jede Empfehlung auf Gegenliebe stoßen. Die Erfahrung, dass „Chinakohlsalat mit Paprika“ den Magen füllt und den Körper sättigt, machen die Wenigsten rein intuitiv, was bedeutet, dass Rezepte mit Kreativität umgehen müssen und  die Intuition geschult werden sollte.

Ein kleiner Verfremdungseffekt hat sich hier eingeschlichen, weil zum aktuellen Farbfoto sich ein Schwarz-Weiß-Ausdruck aus der Vergangenheit eingeschlichen hat; Das korrespondiert mit einem modernen Standpunkt „Mehr Abwechslung beim Essen ist immer machbar“ und „Hoch verarbeitete Lebensmittel sehen wir kritisch“.

Die staatlichen wie die stattlichen Ernährungsberater und -Reporter bleiben mit ihren „Binsenweisheiten“ jedoch hinter den konkret-praktischen Möglichkeiten zurück und kein Linsen-Mango-Brotaufstrich findet sich in ihren Aktionsplänen. Oder auch: „“Haferkleie-Nudelsuppe mit Spinat“ finden 9 von 19 Patienten befremdlich“.

Angepasste Methodik der Fastenspaziergänge

Zu meiner Internet-gestützten Publikation habe ich folgende Positionsbestimmung durchgeführt:

Wenn ein Vorhaben wohlwollend und mit Interesse aufgenommen und die ganze Arbeit daran förderlich unterstützt wird, hängt auch noch das schönste Konzept vom Wohlwollen der User ab, deren Erwartungen sich nun auf das „Was ist das [„Fressnet“] überhaupt, warum und wozu?“ konzentrieren.

Der Ideengeber kann sich gerne als Initiator fühlen, wenn die erzielte Resonanz hierfür ausreicht. Insofern enthält das Folgende Spuren von Imagination. Resonanz gibt es zum Beispiel von der

Unterstützerin A

„Beim Schreiben und Fotografieren begegnete sie ihm stets mit Interesse und Wohlgesonnenheit.“

Ein Beispiel:

Zum Fastenspaziergangsgedanken steuerte sie für einen „zentralen Flyer“ notierte Erfahrungen auch alternativer Art bei. Der Flyer spricht die Zentralpunkte der Fasten-Bewegung an [wie: „Wer hilft wem?], ohne sie zu zermahlen. so dass Fragen von Über- und Unterordnung schon zu Anfang geklärt sind.

Die Besonderheit ist hier, dass Beschämendes, das als „alte Belastung“ wirkt, nicht einfach als Altlast, die zu beseitigen ist, behandelt wird.
Es geht vielmehr darum, das Beschämende aufzuklären: Was daran belastet, wodurch es beschämend geworden ist und welchen Anteil daran übernommene Vorstellungen haben können – so dass zwischen eigener Wahrnehmung und den Erwartungen anderer differenziert wird.

Dabei kann das Beschämende, etwa der fette Bauch, nicht plötzlich verschwinden. Es braucht also auch einen Platz. Man kann den fetten Körper gewissermaßen in die Ecke stellen und auf ihn einsprechen. Damit wird er weder verleugnet noch zum bestimmenden Gegenüber gemacht. Er darf da sein, darf angesprochen und auch kritisiert werden – aber er muss nicht über den Menschen bestimmen.

Gesundung und Kur

Worum es eigentlich geht, dürfte die Gesundung sein. Das Kurieren wäre dann der Weg dorthin – gegebenenfalls auch ein Sich-kurieren-Lassen.

Dabei ist „das Beschämende“ nicht notwendig nur als Erinnerung an eine alte Verletzung zu verstehen. Es kann ebenso mit etwas zusammenhängen, das tatsächlich schwindet: mit der eigenen Jugendschönheit, mit körperlicher Attraktivität und mit einem Selbstbild, das sich darauf gegründet hatte.

Was verloren geht, muss nicht so behandelt werden, als sei es nie vorhanden gewesen. Gerade darin könnte eine Aufgabe des Kurierens liegen: Den Verlust wahrzunehmen, ohne ihm die Herrschaft über das eigene Selbstverständnis zu überlassen.

Die Kur wird den narzisstischen Komplex mit einbeziehen müssen. Denn das Problem liegt nicht notwendig im Körper allein, sondern auch in dem Bild, das sich jemand von ihm macht.

Das Selbstbild

kann gestört sein: Menschen mit Magersucht können sich trotz starken Untergewichts als zu dick wahrnehmen; leicht Übergewichtige geraten in wiederkehrende Abnehm- und Zunahmeschleifen; andere reagieren auf die Sorge um ihre Körperform mit Verhaltensweisen, die langfristig eher in Richtung metabolischer Belastung führen.

Das bestimmende Wahrnehmungsorgan scheint dabei zunächst das Auge zu sein. Beim Narzissten ist das besonders deutlich: Er wird von dem Bild gebannt, das sein eigenes Auge ihm liefert. Und mit den verwandten Traumbildern wird die Sache noch eigentümlicher. Die Fettscham wird kaschiert. Was wir sehen, ist nicht immer das, was ist; und was wir uns vorstellen, kann sich dem Auge gegenüber mitunter als ebenso wirklich behaupten wie die sichtbare optische Wirklichkeit.

Damit bekommt auch die Frage nach dem Selfie eine andere Bedeutung. Es stellt zwar ein Bild des Körpers her, Gesichtsmuskulatur codiert die Darstellung von Emotionen, entspannt aber nicht notwendig das Verhältnis zu diesem Bild. Im Gegenteil: Das technische Vermögen, sich selbst jederzeit abzubilden, könnte die Bindung an das eigene Bild sogar verstärken.

Der Dozent

An dieser Stelle bringen wir den Dozenten ins Spiel. Er könnte quasi gewohnheitsmäßig Einwände produzieren, etwa den, dass die Geschichte des Narziss technisch gesehen einen kleinen Fehler enthält: Eine Spiegelung in einer Quelle ist flüchtig und lässt sich nicht festhalten. Der „historische Narziss“ konnte sein Bild betrachten, konnte es aber weder mitnehmen noch speichern. Schon gar nicht kann er es anderen zeigen, überhaupt garnicht als „laufende Bilder“.

Heute, so der Dozent, seien diese technischen Schwierigkeiten vollständig beseitigt. Das eigene Spiegelbild lässt sich jederzeit herstellen, festhalten, auswählen, verbessern und verbreiten. Das Selfie macht aus dem flüchtigen Bild ein verfügbares Objekt – und wird entsprechend ausgiebig genutzt.

Vielleicht, fügt er hinzu, habe Narziss also nicht nur ein psychologisches, sondern auch ein technisches Problem gehabt: Er besaß noch kein Gerät, mit dem er sich selbst aus der Quelle hätte herauslösen können. Ob das Selfie das menschliche Bedürfnis nach Spiegelung karrikiere oder nur ein allgemeines Bedürfnis „wider-spiegelt“, sei vielleicht weniger entscheidend als die zwischenmenschliche Praxis.

Damit wäre noch nicht geklärt, ob die technische Lösung Bestandteil einer Kur sein soll; eine Kur des narzisstischen Komplexes müsste jedenfalls das Verhältnis zwischen Bild, Körper und Betrachter verändern.

Und damit könnte sich der Bogen wieder zu den eigentlichen Inhalten der Fastenspaziergänge schließen.

Wir setzen voraus, dass Überlegung und Vorsicht die Grundbedingung des Erfolges darstellen.

Wenn die Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft zur praktischen Umsetzung der „personalisierten“ oder schlicht persönlichen Ernährung allzu begrenzt sind, muss das ja nicht so bleiben. „Forschung“ kann auch einen spielerischen Anteil haben und Ausprobieren kann Freude machen, zumindest  einigermaßen spannend sein.

Dabei lässt sich nicht jede Speise gleich gut personalisieren, der gemeinschaftsschöpfende Effekt des Eintopfs aber auch nicht.

Ob den Patienten ein fertig zusammengestellter Teller serviert wird oder ob sie sich am Buffet bedienen dürfen, sind technische Fragen, die von Fall zu Fall geklärt werden müssen, nimmt man es genau, unter dem Primat der globalen Menschenrechte, jedenfalls, wenn wir „Gesundheit“ weiter als nur bis zur persönlichen Nasenspitze denken.

Irgendwo müssen wir auch Gelegenheit zur Vermittlund von ernährungsbezogener Gesundheitsbildung schaffen – wenn hier auch kein spezieller Heilpflanzen-Blog entstehen soll, müsste es doch möglich sein, Fragen wie „Wozu ist Petersilei gut?“ oder zur alltäglichen Verwendung von Haferkleie zu behandeln.

Ein Nudelteig mit hohem Haferkleie-Anteil lässt sich zwar nicht so gut fein ausrollen, aber auch dafür gibt es Lösungen:

Die Füllung bestand hier aus Geflügelhackfleisch, das lediglich gesalzen auf die Nudel und mit ihr zusammen in den Dampftopf kam.

Frische Kommentare

  • Michael: Der Gedanke mit den kleinen Schritten gefällt mir. Gerade beim Abnehmen bringt es...
  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...

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