Neue Esskultur: Persönlich, Fotografisch, Praktisch

Weil die Essens-Kategorie „Trostessen“ doch sehr selten auf den Speisekarten auftaucht, sind  beispielsweise „Lasagne gegen Liebeskummer“ oder „Risotto gegen Einsamkeit“ nur inoffizielle Vertreter dieser Sparte. Dementsprechend ist auch das „Toastbrot als Trostbrot“ keine ursprünglich-authentische Erfindung, sondern Food-Kitsch.  geschmacklose, sentimentale Kunst, adjektivisch ist auch „kitschy food“ zur Bezeichnung des Phänomens geeignet.

Essen löst keine Probleme, aber es kann sich anfühlen wie eine Umarmung.

„“Comfortt food“ ist keine Problemlösung, kann aber zur Überbrückung von Schwierigkeiten nützlich sein.“

Nun, es gibt da ja auchg noch das „mood-food„, das wird sich auf dem Mond als moon-food  entpuppen, oder als „foolish food“, wenn wir nicht bei Thema bleiben 😉 .

Süßkartoffel + Maultaschen, Rosenkohl und Sauerkraut

Gedämpfte oder vorsichtig gebratene Süßkartoffel, hier als eher symbolische Portion mit Maultaschen, gerösteten Semmelbröseln, Sauerkraut und Rosenkohl würde ich auch beim „Angenehmen Essen“ einordnen, weil sie sich cremig-süß, einfach gesagt mit gutem Mundgefühl entwickeln. Zu den möglichen Steigerungen kommen wir später…

Ob Süßkartoffeln im Ernährungsplan einen Stammplatz erzhalten sollen, bleibt Euch überlassen. Ob Süßkartoffeln in eine Kochbox gehören und wie oft, könnte man diskutieren, denn Gewohnheiten ändern sich.

Essen und Gefühle:

Freude, Angst, Wut, Ekel, Trauer und Überraschung sind angeborene Basisemotionen, die im Lauf der Entwicklung modifiziert, „eingeprägt“, „angebahnt“ oder vertieft werden. Der Gesichtsausdruck verrät alles zur Gefühlslage des Babys, das bei der Wahnehmung  von sich selbst und des Gegenübers seinen Seh-Sinn erst noch entwickelt, wobei der Ausdruck der Emotiuonen angeboren ist.

Unwohlsein“ kann viele Gemütslagen betreffen und viele Ursachen haben – von Infektion bis z. B. zum Kalzium- oder Vitamin B12-Mangel; hierfür passende Präparate bewirbt die Industrie sogar beim Ärzteblatt.

Die Rolle der Emotionen und Stimmungen wird oft schlicht und einfach übergangen, etwa bei der Kampfparole

Das Einzige, was zählt, ist der Wille zum Abnehmen!

Manchmal soll diese Argumentation davon ablenken, dass gerade die Willens-Befürworter unauffällig „helfende Wundermittel“ verticken wollen. Das Wissen, wann ein Zaubertrank noch hilft und wann es eher Zeit fürs Diät-halten ist, dürfen wir freilich nicht vergessen und müssen es auch anwenden.

Der Stolz aufs relativ abstinente Leben stellt sich auch bei Abnehmerfolgen nicht immer ein, und ohne diese Selbst-Aufwertung könnte die Entwicklung tatsächlich stagnieren. Ob Majaestiks seine Diät einhält oder nicht, wird uns ziemlich egal sein – ein ganzheitlicher Ansatz mit flexibleren Ernährungsplänen und psychodynamisch kompetenter Begleitung scheint aber wünschenswert zu sein.

Da könnte ein guter Rat nützlich sein, und Inspirationen wie diese werden häufig zitiert:

Warte nicht, bis du
dein Ziel erreicht hast, um
stolz auf dich zu sein. Sei stolz
auf jeden Schritt, egal wie
klein er auch sein mag,
den du auf dem Weg zu diesem Ziel machst!

Es gibt Süchtige, die abstinent leben können, aber  keinerlei Stolz darauf empfinden – sie empfinden  „bloß“ eine Art von Entsetzen, wenn sie etwa im Subermarkt durch die Regalreihen mit Alkoholika streifen.
Doch, ja: sie hätten Anlass, stolz zu sein. Nicht übermäßig, aber gemäßigt:
Du musst kein beeindruckendes Leben führen, um stolz auf dich zu sein. Du musst nur anfangen, auch die kleinen Schritte zu sehen. Und wertzuschätzen.

Freunde von süßen Speisen sehen sich angesichts ihrer Wahlfreiheiten etwa vor die Alternative „Kaiserschmarren oder Gemüseeintopf“ gestellt – die Qual der Wahl wird ihnen niemand abnehmen, im Allgemeinen jedenfalls. Die beste Diät taugt nichts wenn man so weiter lebt wie bisher…

Gemüseeintopf und Gemüseeintopf sind zweierlei, und Gemüseeintopf kann die richtige Mahlzeit zum Abnehmen oder zum Gewicht-Halten sein. Wer nicht mit der einzelnen Mahlzeit seinen/ihren Stolz verknüpfen mag, sollte zumindest mit einer einigermaßen wirksamen Abfolge von Mahlzeiten sich anfreunden, denn wirklich-ganz-so-einfach ist die Herstellung dieser Mahlzeiten-Abfolge ja doch nicht.

Wo eine Diät nötig wird, hat das seine Gründe, die da Gleichgültigkeit und Trägheit lauten und ins Verderben führen können. Zu wünschen sind dann Entschlossenheit und Energie, damit auf das Ende ein neuer Anfang folgt.

Wer mehr erwartet, als im M0ment möglich ist und an Wundermittel oder Mühelosigkeit des Abnehmens glauben möchte, ist vermutlich in einer narzisstischen  Selbsttäuschung verstrickt.

Der Blick übers Geländer kann wie beim folgenden Foto ausfallen, und bei der Nachricht „Hessentag 2027 findet in Idstein statt“ kam die Idee auf, aus diesem Anlass eine nette Veranstaltung zu nachhaltiger Ernährung oder einen Foodblogger-Stammtisch anzuregen.

Zur Abwechslung: Kein Altstadt-Idstein-Foto.

Angesichts des gewissermaßen das Stadtbild dominierenden Kirchturms schweifen vielleicht die Gedanken ab – zur Notwendigkeit der geistigen/geistlichen Nahrung, die ist allerdings nicht immer leicht verdaulich. Das Thomasevangelium ist etwas für die Freunde der fortgeschrittenen Textinterpretation, nicht unbedingt zum (Ver-) Teilen.
Wo es um „Diät“ geht, geht es um die Klarheit und Eindeutigkeit:

 „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein“ (Matthäus 5,37): Jesus fordert eine ehrliche und direkte Sprache, die ohne Schwüre oder Ausflüchte auskommt. Alles, was darüber hinausgeht, stammt laut Jesus vom Bösen, da es auf mangelnde Aufrichtigkeit hindeutet.

Verhaltensforscher können nicht pauschal sagen, wie kange es bis zur umfassenden Veränderung von Ernährungsangewohnheiten dauert, und was hier außer der Zeit noch gebraucht wird; versuchen wir also eine einfache Regel:

Gegessen wird jetzt drei Mal am Tag, und zwar am Tisch, jeweils 30 Minuten!

 1-bis 2x pro Woche gebe es Fleisch.

Eine Haferkur dauert 2 Tage oder länger. Damit kurierst Du „Alles“!

Eine Faustformel für Linnsen-Haferbratlinge sieht als Haupt-Zutaten Linsen, Haferflocke, Semmelbrösel vor, gemahlener Leinsamen könne das Ei in Bezug auf die Bindungsfähigkeit  😉 des Teigs verbessern; weitere Inhalte zu diesem Thema und anderen Themen folgen…

Zuckersteuer-Fake-News oder Politische Denkhemmungen

KI-generierter Datenmüll – automatisiert veröffentlichte Inhalte – machen in den „social media“ einen zunehmenden Anteil des Gezeigten aus; der „Content“ wird automatisch so als Sensation optimiert, dass wir ihn beachten, und aus unseren „Klicks“ werden Werbeeinnahmen – und so weiter. Sogar „Wissenschaftsvideos“, bei denen gefakte Professoren künstliche Vorträge halten, bekommen wir vorgesetzt.

Auch die seriösen Quellen scheinen auf einem Auge blind zu sein:

Pauschal gesagt: Diäten sind ein Krampf, sind schlecht, sind Murks und taugen nichts!

Die „Porträtaufnahme eines lächelnden Mannes in einem weißen Arztkittel“ transportiert die „Information“

Wer das Gefühl hat, er ist ein Versager, der hat sich nur bewiesen, dass Diäten schlecht sind.

Wenn das Abnehmen nicht so verläuft, wie man es sich vorstellt, kann das mit einer fehlerhaften Kalorien-Anwendung zusammenhängen – man muss also herausfinden, wo der (Denk?-) Fehler liegt und die Diät-Sünden korrigieren – wir könnten auch mit einer Vielzahl an Fehlern konfrontiert sein, so dass eine Vielzahl an Korrekturen nötig wird. Das Scheitern einer Diät bedeutet nur, dass eine Diät gescheitert ist – daraus ein generelles Urteil: „Versager“ abzuleiten, klingt nicht nach Logik, sondern nach heftigem Vorurteilsbefall.

Kartoffelsalat, Würstchen, Sauerkraut
So ein klassisches Rezept, das ganz tief in der Hirnrinde eingeritzt ist, muss offenbar auch mal sein.

Dass nicht jede Diät, die auf den Markt geworfen wird, tauglich füt das gewünschte Ziel ist, zeigt sich beispielsweise bei der „Mayo-Diät„,  doch man kann hier die weitere Entwicköung verfolgen und muss sagen: Diese Mayo-Diät hat sich gemausert!

Möglich ist auch, dass das Über-Essen nichts mit einem richtigen Denkfehler zu tun hat, weil schlicht gedankenlos gefuttert und geschlungen wird, schlafwandlerisch-automatisch sozusagen.
Die Umwelt stellt eher die verzehr-fördernde Seite der Medaille bereit und separiert in der „Welt des Sports“ die athletisache Kehrseite.

Ein Altstadtmotiv als Erinnerung an die „Idsteiner Fastenspaziergänge“ – ein Spaziergang ist zwar keine Diät, kann aber zur mentalen und körperlichen Ausgeglichenheit beitragen, zur Balance des „Gemüts“ wie auch körperlicher Zustände wie Wachen und Schlafen, Arbeit und Pause etc..

Die Zuckersteuer ist aber teuer

Nicht-Abnehmen beweist wenig über den Charakter der Abnehm-Resistenten, vielleicht viel über die „gängigen Diäten“. Man könnte sich (im Bereich der aktuellen Politik beispielsweise) problemlos einen „dünnen“ Artikel über die „überschätzte Zuckersteuer“ zusammenstellen lassen, notfalls mit dem Zusatz

„Zucker macht dick und krank – da muss doch eine Steuer helfen? Die CDU hat auf ihrem Parteitag einen entsprechenden Vorstoß abgelehnt.“.

Warum bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Süßwaren nicht geächtet werden, welche Billig-Erklärungen aufscheinen – Zuckerkonsum könnte man noch als unverzichtbares Menschenrecht behandeln und der Staat habe nichts am „Küchentisch“ zu suchen, lassen wir offen; es muss ja auch niemand wissen, wer ohne  Zuckersteuer mehr und größere „ganz süße Gewinne“ einfährt.

Käsekuchen ohne Reue, ohne Boden, aber aus dem Glas

Bekanntlich gibt es kein alleingültiges Käsekuchen-Rezept; allgemein kann eine Kombination aus Quark, Frischkäse, Joghurt und Creme Fraiche verwendet werden, aber auch Pflanzenmilch ist käsekuchentechnisch probater Rohstoff für den „Käsekuchen extra zart und luftig“,  für den noch weitere Lobeshymnen nit Eigenschaften wie „Frisch und fruchtig“ verfügbar sind.

Auch Marc-Uwe Kling, der „Vater des Känggurus“, hat sich Gedanken zum Thema gemacht; „Braucht Politik mehr Fantasie?“ Soll er doch einmal das Känguru nach dem Sinn eines zuckerarmen Käsekuchens fragen!

Das Käsekuchen-Rezept, das eigentliche Geheimnis, ist bisher noch nicht verraten, denn es zählt gewissermaßen zum Fressnet-Kapital, und könnte allenfalls an Mitstreiter, die selbst etwas einbringen, weitergegeben werden.

Die politische Phantasie zu Ernährungs-Themen ist Neuerungen gegenüber nicht so aufgeschlossen; ein Link zu alternativ-nachhaltigen Speisen sei hier trotzdem empfohlen:
https://fullofplants.com/black-bean-tempeh-soy-free/

Antriebsschwäche und Lethargie

Klagen über „Lethargie“ bei ausbleibenden Abnehmergebnissen sind gelegentlich zu vernehmen und werden auch vielfach unterdrückt – denn man will ja nicht als wehleidig erscheinen.

Gegen diese „Lethargie“ ist wohl auch noch kein Kraut gewachsen. Vielleicht verschwindet sie, wenn sie merkt, dass sie überflüssig ist, vielleicht ist sie Anzeichen einer wie-weit-auch-immer fortgeschrittenen Depression. Was hier helfen kann, vom Fasten-Spaziergang bis hin zum Anti-Adipositas-Seminar, muss noch ausgearbeitet werden. Besinnen wir uns also, in einer ruhigen, stressfreien Stimmung darauf, dass, wo nicht die OP oder Spritze als Allheilmittel verstanden werden, mentale Prozesse als mitverantwortlich gelten – hier kommen individuelle Momente zum Tragen, wobei im Kern die Gemeinsamkeiten der Adipösen doch nicht zu leugnen sind.

Ein eher seltenes Motiv: “ Meditation am Straßenrand“. Foto (c) Heike G.

Es hat auch schon den Vorschlag gegeben, eine Zuckersteuer zu erheben, und mit diesen Einnahmen doch noch eine allgemeine „Schulspeisung“, und zwar kostenlos, einzuführen. Schwierig wird das Verfahren, in dem die Rezepte ausgewählt werden, das „Problem“ der im-Haus-Herstellung, die Frage, ob die LehrerInnen in der Mensa bei den SchüplerInnen sitzen sollen oder dürfen, die Pflege des Schulgartens in Ferienzeiten ;-).

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

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